Coachen oder führen?
Der Chef als Coach ist seit einigen Jahren die Devise, wie geführt werden soll.
Doch ist das überhaupt möglich, oder sind Chef und Coach nicht letztlich unvereinbare Rollen? Der Chef hat schliesslich die Verantwortung dafür, dass das Unternehmen oder mindestens sein Bereich gut läuft. Damit besitzt er automatisch „Aktien“ in der Beziehung zu seinen Mitarbeitenden und zu deren Resultaten. Denn aus der Summe der Resultate aller Mitarbeiter ergibt sich der Erfolg. Der Coach hat diese „Aktien“ nicht und kann deshalb die Verantwortung beim Coachee lassen.
Trotzdem: Die beiden Stile „Führen“ und „Coachen“ sind vereinbar. Unter der Voraussetzung, dass sich sowohl Führungskraft wie Mitarbeitender über ihre Rollen im Klaren sind.
Coaching mit der GROW Methode
GROW steht für wachsen – und darum geht es. Nämlich dass der Mitarbeitende an seiner Aufgabe wächst und die Führungskraft ihm dabei dort behilflich ist, wo der Mitarbeitende selber nicht mehr weiter weiss.
Und nur dort! Denn sonst nehmen Sie den Mitarbeitenden aus der Selbstverantwortung und Sie haben wieder alle „Affen auf den Schultern“ und die Hände voll zu tun.
Mit dem GROW Modell lässt sich diese spannende Herausforderung über eine strukturierte Vorgehensweise, gezielte Fragen, sowie der Unterscheidung, wann dieses Modell führend und wann coachend angewendet wird, spielerisch bewerkstelligen. GROW ist auch ein Akronym und steht für
G = Goal
R = Reality
O = Options
W = Will & Way forward

Und so geht es
- Klären Sie zu Beginn des Gesprächs (Einleitung) das Thema und das Anliegen – das Ihres Mitarbeitenden oder Ihres. Setzen Sie zusammen den Rahmen zu der Zeit, dem Ziel der Besprechung und dem Vorgehen
- Steigen Sie in das Modell ein:
- G = Goal: Was soll bei dem Thema selbst als Ziel erreicht werden? Was wäre ein optimaler Zustand? Beginnen Sie mit dem Endresultat im Kopf, so, wie wenn das Ziel schon Wirklichkeit wäre.
- R = Realität: Was ist der heutige Zustand? Was ist das Delta zum Ziel. Was ist heute schon gut und wo liegen die Schwierigkeiten? Was sind die unerwünschten Auswirkungen des heutigen Zustandes? Ohne negative Auswirkungen gibt es auch kein Problem.
- O = Options: Welche Möglichkeiten gibt es, den gewünschten Zielzustand zu erreichen? Was wurde schon probiert und hat funktioniert? Was sind neue Ideen? Der Fokus liegt bei dem, was funktioniert und möglich ist, nicht auf den „Fehlversuchen“.
- W = Way forward: Welche Optionen versprechen das grösste Erfolgspotential? Mit welchen Handlungen kann das Ziel erreicht werden? Sorgen Sie für Präzision. Erst wenn man sich etwas vorstellen kann, kann man es auch tun. Definieren Sie zusammen die ersten drei Schritte und die Termine dazu. Verbindlichkeit ist das wichtigste Prinzip.
Je nachdem, wie viel der Mitarbeitende weiss, wie viel er kann und wo Sie als Führungskraft selber an Vorgaben gebunden sind oder solche geben wollen, entscheiden Sie sich für einen mehr führenden oder einen eher coachenden Ansatz. Begründen Sie jeweils, wenn Sie den Stil wechseln.
So können Sie als Coach prima führen.
Sind Sie interessiert mehr über die GROW Methode zu erfahren?
In unseren Performance Coachings zeige ich Ihnen weitere Möglichkeiten, wie Sie Ihr Leben und das anderer erleichtern und bereichern, sowie Ihre berufliche Rolle noch erfolgreicher gestalten können.
Ich freue mich, Sie kennenzulernen.
Beste Grüsse
Jürg Wilhelm
Management & Performance Coach
Grundsteinstrasse 5
8804 Au-Zürich
Telefon: +41 44 450 11 72
Email: info@ife-web.com
Bildnachweis: Umut AVCI from Pixabay
